Schon in ganz frühen Zeiten floss der Rotbach, früher die “Beeck” genannt, durch unsere Stadt. Er ist der Grund für den Namen “Dinslaken”. Für den Ursprung des Namen muss man über 800 Jahre zurückgehen. “Dinslaken” besteht aus den beiden Silben “LAKEN” und “DINS”. Der Wortbestandteil “LAKEN” bedeutet soviel wie “Lache = Pfütze”. Mit dieser “Lache” ist der Rotbach gemeint, der eigentlich ein kleines Gewässer war. Doch zweimal im Jahr, im Frühjahr (Schneeschmelze) und im Herbst (starke Regenfälle), schwoll die Beek an und trat über die Ufer. Dafür gab es damals den Begriff “dinsen = gedunsen, aufquellen”.

Dinslaken ist somit der Ort an der aufquellenden Lache.

Dinslaken ist im Laufe der Jahunderte immer anders geschrieben worden, das weiß man von alten Bildern, alten Schriftstücken und Dokumenten von früher.

  • 1163   Dincelacken
  • 1273   Dynslaken
  • 1448   Dincelacke
  • 1701   Dinßlaken
  • 1770   Dinslaken
  • heute  Dinslaken
  • Früher war das Gebiet der heutigen Stadt Dinslaken ein ganz dünn besiedeltes Land. Die Bewohner waren hauptsächlich Bauern. Das Land selbst wies damals viele Moore und Sümpfe (Bruchland) auf. Zwischen dem Averbruch im Süden und dem Dinslakener Bruch im Norden errichteten die Dinslakener im 12. Jahundert (1190) eine Burg, das Castell. Das Castell bot den Dinslakenern Schutz bei kriegerischen Überfällen. Einige Bürger waren auch im Castell beschäftigt. Als um das Castell herum eine immer größere Siedlung entstand, erhielt Dinslaken im Jahre 1273 vom Grafen Dietrich von Kleve die Stadtrechte.

    Um die Stadt errichteten die Dinslakener zu ihrem Schutz eine Stadtmauer. In die Stadt konnte man nur durch die Stadttore gelangen. Um die Stadt herum leitete man “die Beeck” (heute: Rotbach).

    Die alte Siedlung, die Altstadt, wurde bald zu klein. So baute man um 1349 zunächst eine neue Straße (die Neustraße). Durch das Mitteltor und über eine Brücke gelangte man in die Neustadt.

    Für eine neue Stadtmauer um die Neustadt herum reichte aber das Geld nicht. Um diese neue lange Straße, deren Häuser lange, schmale Gärten nach hinten heraus hatten, baute man deshalb nur Wassergräben, einen Wall (heute: Wallstraße, Rutenwall) und ein neues großes Stadttor, das Neutor.

    Eppinghovener Tor

    Zu den Straßen, die aus dem alten Dinslaken “nach draußen” führten, gehörte auch die Eppinghovener Straße. Heute verbindet sie die Duisburger- und die Voerder Straße. Früher stand am Stadtausgang (bei der Wirtschaft Schnier) das Eppinghovener Tor. Wie auf einer alten Stadtansicht von 1600 zu sehen ist, handelt es sich um einen Turm mit quadratischem Grundriß, der von Zinnen und einem Turmhelm gekrönt war. Dieses Eppinghovener Tor war kein besonders ansehlicher Eingang der Stadt. Die Dinslakener merkten inzwischen auch, dass dieses ruinöse Tor langsam zum Schandfleck für die Stadt wurde und rissen es um 1800 endgültig ab

    Pumpennachbarschaften

    Überall in den Dinslakener Straßen gab es früher Pumpen, die Menschen und Tiere mit Trinkwasser versorgten. Genauso wichtig war es, bei Feuerausbrüchen Löschwasser zu haben. Die Pumpen mußten deshalb in Ordnung und sauber gehalten werden. Diese Aufgabe übernahmen die Bewohner der umliegenden Häuser, die Pumpennachbarschaften. Es gab in Dinslaken 12 Pumpennachbarschaften. Alle hatten einen eigenen Namen. Bis heute gibt es noch drei aktive Pumpennachbarschaften. Neben der “Holzmarkt-Nachbarschaft” und der “Nachbarschaft Eppinghovener-Tor” (www.eppinghovener-tor.de.vu), gibt es noch die  “Wöllepump”- oder Adlernachbarschaft, die ihren Namen von der Wöllepumpe hat (Ecke Brückstraße und Duisburger Straße). Diese Pumpe trug früher einen Adler.

    Die Mitglieder der Pumpennachbarschaft mußten sich außerdem gegenseitig helfen, zum Beispiel bei Krankheiten oder Todesfällen und vor allem bei Feuerausbrüchen. Aber auch Feste feierten sie gemeinsam, besonders die “Fastnacht” (Karneval).

    zurück